Kategorie-Archiv: Pressemitteilungen

BURN BORDERS, NOT COAL! SOLIDARITY WITH LAUTONOMIA +++Transpiaktion FFO+++

 

Anlässlich der Räumung des besetzten
Waldgebietes im Lausitzer Braunkohlerevier, bekunden Aktivist_innen
aus Frankfurt (O.) ihre Solidarität mit den Betroffenen.

Das
seit März 2016 von Umweltaktivist_innen besetze Waldgebiet wurde
vergangen Mittwoch den 18.05.2016 von Einsatzkräften der Polizei
geräumt.
Dabei ging die Polizei mit brutaler
Gewalt gegen die Besetzer_innen vor.
Bei der Räumung von
Baumhäusern wurde nicht nur das Leben von Aktivist_innen gefährdet,
sondern auch das aller weiteren Beteiligten.
Ebenfalls kam es anschließend zu
völlig überzogenen Repressionsmaßnahmen und Einsatz von physischer
und psychischer Gewalt seitens der Polizei

Der Ausstieg aus nicht regenerativen
Energien geschieht nicht von selbst. Solange Großkonzerne mit der
Natur Profit machen und die Natur, unsere Lebensgrundlage, zerstören,
ist die einzig logische Schussfolgerung das konsequente Vorgehen
gegen eben diese Konzerne.

Wir als Libertäre Aktion
Frankfurt(O.) erklären unsere Solidarität mit den Besetzer_innen.

Wir verurteilen das brutale Vorgehen
der Polizei, die sich zum Handlanger Vattenfalls macht.

Wir fordern die Einstellung aller
Verfahren gegen die von Repression betroffen Aktivist_innen

und den Ausstieg aus der
Energiegewinnung mittels Braunkohle.

Weitere Infos:
http://lautonomia.blogsport.eu/
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Circus Voyage in Frankfurt (Oder) – Forderung nach Wildtierverbot in Zirkussen

Vom 22.10. – 01.11.2015 ist der Circus Voyage am Spitzkrug Multi Center (SMC) in Frankfurt (Oder) mit über 80 Tieren, u.a. auch Wildtieren wie Giraffen, Elefanten, einem Nashorn und einem Nilpferd. Tiere im Zirkus müssen die meiste Zeit ihres Lebens in dunklen LKW`s oder in engen Käfigen verbringen und werden durch Gewalt und Misshandlung durch Peitsche, Haken und Stock dressiert. Viele Tiere erkranken und sterben wesentlich früher an den Lebensbedingungen im Zirkus, als in freier Natur.

Mehrmals befreiten sich Tiere aus ihren Gefängnissen des Circus Voyage. Im April 2011 büxten mehrere Elefanten und das Nashorn Hulk aus, im Oktober 2013 wieder ein Nashorn und im September 2014 eine Gruppe Zebras. Dies zeigt deutlich, dass der Zirkus kein Ort ist, an dem sich die Tiere wohl fühlen. Freitag, den 30.10.2015 von 11:00 bis 12:00 Uhr läd der Circus Voyage zu einer Aufklärungsstunde mit dem Titel „Circus – ein guter Ort für Tiere“ ein. Wen die Argumente genauso interessieren, welche der Zirkus hervorbringen wird um die Tierquälerei zu legitimieren, ist herzlich eingeladen, morgen zum Circus beim SMC zu kommen.

Gerade der Circus Voyage stand schon oftmals in der Kritik und wurde von der Tierrechtsorganisation „Peta“ wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt, als die Elefantendame Mausi im Januar 2012 nach einem mehr als zehnstündigen Transport stirbt. ( Den ganzen Bericht zum tragischen Tod und die Gründe findet ihr hier: http://www.peta.de/rettetmausi#.Vij9DCtptMw ) Die Beine der Giraffen sind von Narben überseht und das Badebecken für das Flusspferd stellt sich als kleiner Wassertank heraus.

Ein Wildtierverbot in Zirkussen gibt es schon in 15 europäischen Ländern, u.a. Belgien, Dänemark, Finnland, Niederland oder Österreich und zahlreichen Ländern außerhalb Europas wie Indien, Mexiko oder Singapur, leider aber nicht in Deutschland. Der Bundesrat fordert solch ein Gesetz seit 2003, auch die Bundestierärztekammer und die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sind für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus, wie Umfragen ergeben haben.

Auch für Kinder ist der Zirkusbesuch psychologisch gesehen alles andere als eine gute Idee, da sie dort die falschen Werte und Vorstellungen über das natürliche Verhalten von Tieren vermittelt bekommen. Die Kinder gewinnen den Eindruck, es sei in Ordnung, Tiere zu schlagen und zu unterwerfen, anstatt die Gefühle und Rechte anderer Lebewesen zu akzeptieren. Selbst Kinderpsycholog*innen warnen vor den gefährlichen Auswirkungen auf die soziale Entwicklung des Kindes.

Bereits zahlreiche andere Städte wie Heidelberg oder Potsdam haben kommunale Verbote von Wildtieren im Zirkus und die Bereitstellung von öffentlichen Plätzen für Zirkusse mit bestimmten Tierarten erwirkt. Wann beschließen die Mitglieder des Stadtrates Frankfurt (Oder), dass Tierquäler*innen kein Platz mehr zur Verfügung gestellt wird und dass die Folter an Wildtieren ein Ende haben muss?

Bitte macht keine Werbung für den Circus Voyage, geht auch zu keiner Vorstellung und klärt eure Bekannten und Freund*innen darüber auf, warum ein Zirkus kein guter Ort für Tiere ist!

ANIMAL  Raised-fists LIBERATION!

Libertäre Aktion Frankfurt (Oder)

Pressemitteilung von „Kein Ort für Nazis in Frankfurt Oder“

„Nazis vertreiben, Flüchtlinge bleiben!“ Kundgebung für grenzenlose Solidarität am 3.10. ab 10:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz

Veröffentlicht am 1. Oktober 2015

Bereits zum fünften Mal dieses Jahr wollen rassistische Gruppierungn am „Tag der deutschen Einheit“ ihren Hass auf die Straße tragen. In der Vergangenheit wurden große Erfolge mit Blockaden von solch rassistischen und neonazistischen Aufmärschen erzielt. Aller Orts trauen sich Rassist*innen mittlerweile, unverhohlen gegen Geflüchtete und Andersdenkende zu hetzen. Weitere Teile der Bevölkerung versuchen hingegen, ihre menschenfeindliche Ideologie mit einem bürgerlichen Deckmantel zu kaschieren. Das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt
Oder“ ruft alle Frankfurt*innen guten Willens auf, sich diesen Samstag ab 10 Uhr an einer antirassistischen Solidaritäts-Kungebung auf dem Bahnhofsvorplatz zu beteiligen.

Unter dem Motto „Grenzenlose Solidarität statt deutscher Mob“ will das Bündnis auch auf die Gefahr aufmerksam machen, die nach wie vor von Neonazis und Rassist*innen ausgeht. Zwar wurde die sogenannte Willkommenskultur in den letzten Wochen durch die Medien populär gemacht, doch so wichtig es ist, die Arbeit ehrenamtlicher Helfer*innen zu würdigen – wir dürfen dadurch nicht vergessen, dass es auch in Brandenburg und Frankfurt (Oder) Strömungen gibt, die eine offene und aufnahmebereite Gesellschaft mit Gewalt verhindern wollen. Und wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass das spontane Engagement vieler Bürger*innen auf Dauer anhält. Aus der Willkommenskultur muss eine
Willkommensstruktur werden: Der „Rat für Migration“, ein bundesweiter Zusammenschluss aus Migrationsforscher*innen, u. a. aus den Reihen der Viadrina, plädiert für eine staatlich unterstütze Professionalisierung der ehrenamtlichen Arbeit, die unbürokratische Nutzung vorhandener Ressourcen und eine effektive Dezentralisierung. Die angekündigten restriktiven Maßnahmen der Bundesregierung bedeuteten hingegen enorme Kosten und führten zu einer erhöhten Belastung der Aufnahmeeinrichtungen sowie der behördlichen Stellen. Aus wissenschaftlicher Sicht seien die aktuellen Änderungen des Asyl- und Aufenthaltsrechtes „eine Schließung
der Grenzen statt einer gezielten Öffnung“; Staat und Zivilgesellschaft arbeiteten somit stärker gegen- als miteinander. In dieser Hinsicht will die Kungebung des Bündisses „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“ am
Samstag auch ein Zeichen setzen für eine humane Flüchtlingspolitik.

PM: Eine dezentrale Bibliothek für Frankfurt (Oder)

Bildung ist ein Luxusgut. Der freie Zugang zu entsprechender, aktueller Literatur sowie Bibliotheken ist in den meisten Fällen mit Kosten verbunden. Es gibt Menschen, denen der Zugang zum Sozialnetz und somit der freie Zugang zu Bibliotheken verwehrt wird – denken wir nur an die vielen komplizierten Verfahren, denen Refugees ausgesetzt sind, um sich überhaupt mehr oder minder frei in der Stadt bewegen zu können. Die Libertäre Aktion Frankfurt (Oder) arbeitet deshalb gerade an einem Projekt, das es ermöglichen soll, unseren privaten Bücherbestand zu gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen. „Wir wollen damit in erster Linie zeigen, wie ein solidarischer Umgang mit unserem Besitz aussehen kann und dass wir immer mehr davon haben, wenn wir Dinge teilen und gemeinsam nutzen können. Das betrifft im Übrigen nicht nur Bücher, sondern kann auf sämtliche materiellen Gegenstände, die nicht zwingend Personengebunden genutzt werden müssen, angewandt werden. Es werden nicht nur Werte von Verantwortung, Zuverlässigkeit und Vertrauen untereinander durch das Prinzip der gegenseitigen Hilfe vermittelt, sondern auch alternative Formen des Miteinanders erprobt, die jenseits der auch im Bereich Bildung herrschenden Vereinzelungs- und Verwertungslogik funktioniert“, so Ariane, die sich auch in der Libertären Aktion organisiert.

Zum Bestand sollen auch CD’s, DVD’s und Comics gehören. Nach einer internen Testphase durch die Menschen, die in der Libertären Aktion Frankfurt (Oder) organisiert sind, wir der dezentrale Büchertisch per Onlineliste ins Netz gestellt. Neben der Möglichkeit, dass sich die Tausch-partner*innen individuell per Vermittlung via E-Mail verabreden, wird es langfristig gesehen auch Ausgabezeiten an einem festen Ausgabeort geben. Tom, der nach einem längeren Mexikoaufenthalt erst seit Kurzem Teil der LAFFO ist, hatte die Idee zum Projekt: „Derzeit steckt es noch in den Kinderschuhen. Wir sind gerade dabei, unsere eigenen Bestände zusammenzutragen und können jetzt schon sagen: Das Repertoire kann sich sehen lassen!“ Auf finanzielle Mittel wird die Bibliothek nicht angewiesen sein: Geld- oder Sachspenden, zum Beispiel in Form von Büchern, können jedoch zur Bestandserweiterung nützlich sein.

Einem strengen Regiment, so wie es in herkömmlichen städtischen und universitären Bibliotheken der Fall ist, wird das dezentrale Pendant nicht folgen. Bevorzugt wird ein herrschaftsfreier Umgang miteinander und der Einbezug aller Menschen, die Lust auf das Projekt haben. “Sanktionierungen und Verbote als Mittel, Menschen gefügig zu machen, verschärfen soziale Probleme. Dass wir in einer Strafgesellschaft leben, sollten wir nicht so einfach als gegeben hinnehmen,“ so Ariane. „Natürlich wird es ein paar Regeln geben, an die sich jede*r halten sollte. Die Regeln haben jedoch eher den Charakter von Empfehlungen, beispielsweise in Bezug auf Ausleihdauer- und -menge. Diese können von den Nutzer*innen und Ünterstützer*innen der Bibliothek mitgestaltet werden, beispielsweise auf monatlich statt findenden Treffen, in denen das Projekt weiterentwickelt und ausgebaut wird. Wie das genau aussehen wird, wissen wir hoffentlich bis Ende des Jahres“

Wer sich jetzt bereits für das Projekt interessiert, es unterstützen will oder sogar mitmachen möchte, kann sich gern unter libertaere-aktion-frankfurt-oder@riseup.net per E-Mail melden.

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Pressemitteilung zur Aktion anlässlich eines Auftritts des Bundeswehrstabsorchesters auf dem Frankfurter Stadtfest

Am 12.07.2015 gegen 12 Uhr trat auf der Marktplatzbühne des Stadtfestes das Stabsorchester der Bundeswehr auf. Interpretiert wurden unter anderem Märsche von Johann Gottfried Piefke, ehemaliger Musikdirektor des 3. Armeekorps der preußischen Armee. Piefke verlebte die meiste Zeit seines Lebens in Frankfurt (Oder). Die Veranstaltung wurde gleich zu Beginn durch einen viertelstündigen bunten Protest von 20 Aktivist*innen mit Trillerpfeifen, Transparenten und Schildern begleitet. Dort war zu lesen: „Preußen, nein danke!“, „Krieg ist doof“ und „Deutschland führt Krieg und ihr feiert die Bundeswehr?!“ Aufgrund des unsanften Einschreitens der Security des Bunten Herings sowie einiger älterer Herrschaften musste unsere kleine Inszenierung leider vorzeitig abgebrochen werden. Wir verfolgten mit der Aktion das Ziel, eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der eigenen Stadt, sowie ihrer politisch-militärischen Persönlichkeiten und der Bundeswehr im Hier und Jetzt anzuregen.

Auf entsprechenden Flyern, die wir im Publikum des Konzerts verteilten, wiesen wir auf den Werdegang Piefkes hin. So legten wir dar, dass Johann Gottfried Piefke Begründer einiger unsäglicher traditioneller Marschkompositionen war, die auch zum Standardrepertoire der Wehrmacht gehörten, wie beispielsweise „Preußens Gloria“. Der Glorifizierung eines Mannes, welcher als Teil einer Armee am Morden unzähliger Menschen beteiligt war, erteilten wir eine vollständige Absage. Von den anwesenden, größtenteils älteren Besucher_innen wurden wir daraufhin beschimpft und mehrmals körperlich angegriffen. Neben diesen untragbaren Reaktionen auf einen friedlichen Protest fragen wir auch: Welchen pädagogischen Wert haben die kriegsverherrlichenden Aufführungen von Bundeswehrstabsorchester und der vorweg marschierenden Frankfurter Fanfarengarde für Menschen, die sich gerade in der Hauptphase ihrer Entwicklung befinden, also beispielsweise auf anwesende Kinder? Etwa das Beweihräuchern von Krieg, Mord und Vertreibung als Heldentum?

Entgegen der Beschwörungen von Bühne und Publikum ist Musik nie unpolitisch; erst recht nicht, wenn sie eingerahmt wird vom groß angelegten Werben der Bundeswehr für moralische Legitimität („Wir. Dienen. Deutschland.“) Bei Piefkes Kompositionen handelt es sich nicht nur um Traditionen der Wehrmacht, sondern um Zeremonielle, die neben einigen anderen nahtlos durch die Bundeswehr übernommen wurden und auch heute noch Bestand haben. Die Bundeswehr besitzt den offiziellen Status einer Verteidigungsarmee. Verteidigung bedeutet für die Bundeswehr und die deutsche Politik, den afrikanischen Kontinent zu kolonisieren und Hilfe im Aufbau autoritärer Regime zu leisten. Verteidigung bedeutet für die Bundeswehr, 5000 Soldat_Innen für die NATO abstellen zu können. Verteidigung bedeutete für die Bundeswehr, das afghanische Kundus zu bombardieren und den Kosovo zu belagern. Die Bundeswehr ist weder eine Verteidigungsarmee, noch hat sie, ebenso wie der deutsche Staat, ihre Vergangenheit angemessen aufgearbeitet und abgelegt.

Der Utopia e.V., die Libertäre Aktion Frankfurt (Oder) sowie die Antifaschistische Aktion Frankfurt (Oder) stellen sich außerdem entschieden dagegen, der Bundeswehr und somit der Werbung für Krieg und Militarismus den öffentlichen Raum zu überlassen, so wie es im Rahmen des diesjährigen Stadtfestes geschehen ist. Die Bundeswehr als patriarchale Institution lehrt Drill, Gehorsam und Unterordnung. Ein patriarchales Verhalten beschreibt eine in seinem Ursprung männlich geprägte Verhaltensweise, die durch das Ausüben des Rechts des Stärkeren gekennzeichnet ist. Es lehrt also Dinge, die in keinster Weise dazu führen werden, Gleichheit und Gleichberechtigung unter den Menschen auf diesem Planeten zu erzeugen. Doch daran – davon sind wir fest überzeugt – ist uns ja allen gelegen…

Ankündigung Sommerpause / Abschlusstresen

Hallo Freunde,

wie in den letzten zwei Jahren, wollen wir auch in diesem eine Sommerpause einlegen. Das heißt, es wird in den Monaten Juli und August keinen Libertären Tresen geben.

Auch das erste Halbjahr des diesigen Jahres haben wir viele Veranstaltungen mit euch gemeinsam gestaltet: Buchvorstellungen, Lesungen, Aktionstage zum Anarchafeminismuss anlässlich des Weltfrauenkampftags, zum Thema G7 formulierten wir eine anarchistische Kritik am Treffen der Großmächte und zeigten Alternativen zum herrschenden System auf. Natürlich veranstalteten wir auch regelmäßig unsere monatlichen Tresen.

Ausklingen lassen wollen wir das Ganze am Freitag, den 26.Juni bei einem gemütlichen Grillabend im Freien – natürlich mit euch! Kommt also zu 17°° Uhr zur Feuerstelle in der Nähe des Volleyballfelds an der Oder und bringt ein paar Kleinigkeiten mit. Wir werden Salate und was für den Grill haben. Um niemanden auszuschließen und damit jede*r an euren tollen Leckereien teilhaben kann, bitten wir euch nach Möglichkeit vegane Speisen mitzubringen.

Wir hatten viel Spaß und werden weiterhin Aktionen, Partys und Veranstaltungen organisieren. Es wird im August zwar keinen Tresen geben, jedoch wird es Anfang August eventuell ein Konzert geben. Und falls ihr es nicht schafft, dann sehen wir uns am 25.September wieder.

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Ein Statement gegen Staatsflaggen

Am Samstag, dem 14.02.2015 fand in Frankfurt (Oder) eine antirassistische Demonstration statt. Wir waren selbst Teilnehmer*Innen dieser Demonstration und beteiligten uns nach unseren Möglichkeiten und Vorstellungen an deren Organisation. Wir nahmen dafür in Kauf, das wir mit Menschen auf die Straße gingen, die nicht unbedingt unsere Sicht der Welt teilen. Das finden wir auch nicht schlimm, um es genauer zu sagen, wir haben es sogar als Chance begriffen, anarchistische Inhalte unter die Menschen zu bringen. Dass wir uns dazu gezwungen sehen mussten, unsere eigenen Ideale zu verraten, damit hätten wir jedoch nicht gerechnet.

Wir mussten uns spätestens nach der Demonstration folgende Frage beantworten: Wie gehen wir mit Menschen um, die auf Demonstrationen mit der deutschen Nationalflagge kokettieren? Oder besser gesagt: Wie gehen wir mit Menschen um, die auf Demonstrationen mit der deutschen Nationalflagge kokettieren, wenn es einen Großteil der vorwiegend bürgerlichen Demonstration nicht einmal ansatzweise stört? Unter der deutschen Nationalflagge geschieht tagtäglich institutioneller Rassismus, Ausgrenzung und sogenannte Fremdenfeindlichkeit. Die deutsche Flagge ist wie alle anderen Nationalstaatssymboliken in Blut getränkt: Unter ihr geschahen neben vielen anderen Verbrechen an der Menschheit NSU, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Mölln. Auch heute gehören solche Zustände wieder zum Alltag. Das Tragen einer solchen Flaggen als vermeintliche Provokation ist der blanke Hohn für Betroffene solcher und ähnlicher, aus rassistischer Motivation verübter Gewalttaten des deutschen Volkszorns. Ein deutscher Patriotismus ist ebenso wie jeder andere Patriotismus der Wegbereiter für völkisches Denken, Unrecht und Mord im Zeichen einer Flagge.

Wir haben uns die gestellten Fragen beantwortet. Von Bürger*innen und Bürger, die für Antifaschismus und Antirassismus auf die Straße gehen, sollte erwartet werden können, auf solche Personen zu reagieren: Personen, die ihren Patriotismus auf derartigen Demonstrationen zur Schau stellen, haben darauf nichts zu suchen und gehören von dieser einheitlich ausgeschlossen. Der Verherrlichung deutscher Verbrechen darf auf Demonstrationen kein Raum eingeräumt werden – schon gar nicht unter dem Banner des Antifaschismus’ und Antirassismus’. Andernfalls werden wir bürgerliche Bündnisse dieser Art nicht mehr unterstützen.

Wir sind gegen Deutschland! Wir wollen Staaten überwinden! Wir sind antinational!

Der Sommer ist vorbei, der „Libertäre Tresen“ findet wieder statt!

Am Freitag dem 26.09.14 haben wir nach drei Monaten Sommerpause den „Libertären Tresen“ wieder stattfinden lassen.

Nach Reflexion der bisherigen Tresen haben wir gemerkt, dass unsere Ressourcen nicht ausreichen, für jeden Tresen qualitativ gute Infoveranstaltungen, Workshops, Konzerte,(…) vorzubereiten. Unseren Anspruch haben wir demzufolge herunter geschraubt. Wir haben uns dazu entschieden, die Tresen ohne inhaltliche Ausrichtungen zu bestimmten Themen vorzubereiten. Der „Libertäre Tresen“ ist also eine Anlaufstelle für alle die, die Interesse am Anarchismus haben, sich als Anarchist*innen begreifen oder um im angenehmen Umfeld mit angenehmen Menschen ins Gespräch zu kommen. Es wird Musik aus der Dose – hin und wieder auch live Musik geben. Aktuelle Überregionale und Regionale Infos werden weiterhin ausliegen. Es gibt natürlich auch leckere KüFa die gegen Spende verputzt werden kann.

Der nächste „Libertäre Tresen“ findet am DONNERSTAG den 30.10.14 statt. Grund für die Verlagerung von Freitag auf Donnerstag ist, dass der „Backdoor e.V.“ eine Gruftparty am Freitag(31.10.14) veranstaltet, deren Besuch übrigens sehr lohnenswert ist.

Es wird jeden dritten Monat einen „(A)ktions Samstag“ geben. Dieser „(A)ktions Samstag“ wird sich so gestalten, dass es ab dem frühen Nachmittag Workshops, Infovorträge, Lesungen, Diskussionsrunden o.ä. zu einem spezifischen Thema (z.B. in nächster Zeit zum G7-Gipfel) in einem anarchistischen Kontext gibt. Nach den benannten Sachen soll es auch einen kulturellen Part (z.B.Konzerte, Theater,…) geben.

Wenn Ihr Lust haben solltet, die „Libertären Tresen“ oder die „(A)ktions Samstage“ mitzugestalten und zu organisieren oder ihr einfach nur Lust habt, anarchistisch aktiv zu werden, dann kommt auf das offene Plenum welches jeden Sonntag nach dem „Libertären Tresen“ im „Backdoor“(Backdoor, Rosa-Luxemburg-Straße 24, Frankfurt Oder) stattfindet.

Utopia e.V. erhalten – Garage erhalten – Freiräume erkämpfen!

Im Kampf für eine herrschafts- und hierarchiefreie Gesellschaft in all ihren Elementen ist das Engagement gegen Faschismus ein zentrales Thema. Antifaschistische Kultur- und Jugendarbeit darf nicht nur eine Daseinsberechtigung haben, sondern ist eine zwingende Notwendigkeit in Zeiten von AFD, Flüchtlingshetze und NSU. Dieses unprofitable Feld wurde von den regierenden Parteien noch nie ausreichend bedient, ganz im Gegenteil. In Frankfurt (Oder) stellt der Utopia e.V. seit fast 16 Jahren den einzigen und deshalb umso wichtigeren Akteur in diesem Gebiet dar. Der Utopia e.V. und die alternative Hausgemeinschaft der Berliner Straße 24 dürfen unter keinen Umständen gierigen Großgrundbesitzerinteressen zum Opfer fallen.

Mit der Garage wurde vor einigen Jahren ein Freiraum geschaffen, in dem explizit nicht nur Antifaschismus, sondern jegliche Herrschaftsformen ein No-Go darstellen. Einer der wenigen Orte in Frankfurt (Oder), an dem mensch, nicht beurteilt nach Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Aussehen oder Religion, regelmäßig verkehrt und so manch feuchtfröhlichen, diskussionsreichen, anregenden, kreativen, feierwütigen oder einfach nur schönen Abend bei tollen Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen verbringen kann. Dasselbe gilt hier: Spekulant*Innen Einhalt gebieten!

Der Fall des Utopia e.V. mit dem Kulturraum Garage zeigt, wie sich Stadt und Staat der Verantwortung entziehen, die sie meinen übernehmen zu müssen. Die Zukunft von antifaschistischer Kultur darf, auch nicht hier in Frankfurt (Oder), in den Händen schmieriger Spekulant*Innen liegen und zum Spielball von Geldinteressen werden. Es ist schon schlimm genug, dass für unkommerzielle Kulturräume wie die Garage, in denen absolute Gleichberechtigung gilt, überhaupt Mieten gezahlt werden müssen. Entsprechende Räume sind ohnehin in viel zu geringer Zahl oder einfach gar nicht vorhanden, obwohl sie die Rolle eines Vorbildes für gesellschaftliches Zusammenleben erfüllen. Wir sehen die Stadt als Verantwortungsträgerin hier in der Pflicht, für die Bereitstellung entsprechender Räume Mitsorge zu tragen.

Wir werden den Utopia e.V. mitsamt der Garage bei ihren Kämpfen mit all unseren Mitteln unterstützen.

Freiräume erhalten! Mietenwahnsinn stoppen! Stadt für Alle!

Gemeinsam solidarisch.