Kategorie-Archiv: Info

Broschüre „Ökologische Denkansätze“ nun „online“

Liebe Alle,

die anlässlisch des „Autofreien Tages“, welcher am am 19.09.2015 auch in Frankfurt (Oder) statt fand, erstellte und sehr begehrte Broschüre über ökologische Denkansätze steht nun online unter der Rubrik „Standpunkte“ allzeit zum Download bereit.

3. Anarchistische Buchmesse Mannheim

Editorial

3. Anarchistische Buchmesse Mannheim
24. bis 26. April 2015

Info*s
Programm

„Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Franz Kafka)“

Wie 2011 und 2013 wird es in Mannheim wieder eine anarchistische Buchmesse geben. Die aktuelle Situation in der Welt zeigt, dass Alternativen zu Krieg, Kapitalismus und anderen autoritären Systemen dringend nötig sind. Der Anarchismus mit seinem herrschaftsfreien Anspruch kann diese Alternativen bieten.

Unserer Überzeugung nach ist der Anarchismus die vielversprechendste Alternative zum gegenwärtigen kapitalistisch-parlamentarischen Gesellschaftssystem, da sich der Staatskommunismus bzw. -sozialismus auch nicht als erstrebenswert erwiesen hat.

Die Buchmesse soll dazu beitragen, ein vielseitiges anarchistisches kulturelles Leben aufzubauen. Dabei soll sowohl die bestehende anarchistische Bewegung weiter vernetzt, als auch der Anarchismus in der Rhein-neckar-Region breiter verankert werden. Das libertäre Literaturangebot umfasst heute nicht nur die “Klassiker”. Gerade die kleineren Verlage tragen zu einer großen Bandbreite an Autor_innen und Themen bei.

Mit dieser Buchmesse möchten wir diesen Verlagen und deren Autor_innen wieder die Möglichkeit geben, sich vorzustellen. Sie soll aber auch Interesse an der Anarchie wecken und den gedanklichen Austausch zwischen den Teilnehmer_innen fördern. Der Erfolg und Zuspruch unserer letzten beiden Buchmessen motiviert uns, dieses Projekt ein weiteres Mal anzupacken. Darüber hinaus freuen wir uns sehr, dass im Oktober 2014 eine weitere Buchmesse im deutschsprachigen Raum stattfand – nach der “Anarchist Bookfair” in Biel und der “Limesse” im Ruhrgebiet gibt es nun auch die “Radical Bookfair” in Hamburg.

Zahlreiche Autor_innenlesungen und ein künstlerisches Rahmenprogramm werden die Buchmesse begleiten. Für Vorschläge und Angebote sind wir offen. Der Eintritt ist natürlich frei. Wir als Veranstalter_innen verfolgen kein kommerzielles Interesse.

Da wir die gleichen Räumlichkeiten wie bei den letzten Malen nutzen, ist auch 2015 wieder alles barrierefrei erreichbar. Wegbeschreibungen und Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten erfahrt Ihr bald auf dieser Seite.

Diskussionsbeitrag: Stadtentwicklung

…anstelle eines Yachthafens [1], der für eine privilegierte Elite nutzbar ist und für den ein weiteres Stück grün in Frankfurt weichen musste, würde in der Lebuser Vorstadt ein Naturerholungszentrum entstehen, von dem jede*r profitiert. Natürlich ohne das umliegende Gebiet danach zu einer Gegend zu erklären, die im Nachhinein durch höheren Marktwert und Wohlfühlfaktor und damit verbunden steigenden Mieten wieder nur für einen privilegierten Teil der Bevölkerung bewohn- und deshalb direkt nutzbar ist. Nehmt auch den Bau eines Luxuseinkaufszentrums [2] an der Oderbrücke nicht einfach so hin, hinterfragt ihn. Birgt es vielleicht mehr Risiken, als dass es Nutzen bringen wird – bringt es die restlichen, übrig gebliebenen Einzelhandelsgeschäfte in der Magistrale in Gefahr? [3] Erhöhen im Konsumtaumel schwebende Menschen und das Abtauchen in eine vorübergehend zufriedenstellende Scheinwelt wirklich unsere Zufriedenheit? Würde nicht vielleicht die Umwandlung der Gegend um die Stadtbrücke in eine Kreativfläche, die für alle Menschen und Initiativen nutzbar ist, unsere Lebensqualität erhöhen? Oder eventuell doch ein internationaler Wochenmarkt mit frischem Obst und Gemüse und kulturellen Beiträgen?

Manchmal kommen wir um Abriss einfach nicht drum herum. Aber müssen deshalb halbe Stadtteile dem Erdboden gleichgemacht werden [4] und im gleichen Atemzuge die Innenstadt in einer Art und Weise aufgewertet werden, die die sozial schwächsten in unserer ohnehin von monetären Werten geprägten Gesellschaft einfach nicht mitdenkt, sondern ausschließt. [5] Eine Aufwertung, die auch zunehmend Einzelhändler*innen das Leben schwer macht, und die die Entwicklung in der Innenstadt mehr und mehr zahlungsstarken Privatinvestor*innen überlassen, die im Allgemeinen nicht nach der Meinung der Stadtbevölkerung fragen. [6] Wir denken, dass Lebensqualität in gemeinschaftlichem Handeln und Miteinander schneller wachsen kann – zu diesem Miteinander gehört auch das Mitdenken in irgendeiner Art und Weise sozial schwächer gestellter Menschen. Wie sonst sollte man geprägt von Existenzangst und Daseinszwängen eine Motivation dafür entwickeln, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen? In Frankfurt (O.), einem Ort, der im herrschenden System ohnehin viele berechtigterweise unzufriedene Menschen hervorbringt, ist diese Demotivation tagtäglich sichtbar. Diese äußert sich aber viel zu oft in offen zur Schau getragenem Rassismus und der Abwertung vermeintlich „anderer“ Menschen, um seine eigene, vermeintliche soziale Besserstellung aufgrund einer bestimmten Staatszugehörigkeit zu manifestieren. [7]

Das Lichtspieltheater der Jugend war ein kleiner Lichtblick. Viele Menschen aus Frankfurt (Oder), auch Menschen, die nicht unbedingt politische Ämter bekleiden, diskutierten zum Ende letzten Jahres lebhaft über die Zukunft des Lichtspieltheaters. Viele Ideen kamen zusammen, vom Café, über ein Retro-Kino bis hin zu einem Mehrgenerationenhaus war alles dabei. [8] Letztendlich wurde aber auch an der Diskussion dieses Objekts wieder sichtbar, dass eine starke Spaltung zwischen Menschen, die Politik machen und Menschen, für die vermeintlich Politik gemacht wird, existiert. Die Initiative um das Theater scheint noch nicht ganz eingeschlafen, jedoch scheint auch dieses Objekt wieder einmal zu einem Verwaltungsakt verkommen zu sein. [9] Könnte es anders laufen? Was wäre, wenn das Lichtspieltheater in die Hand der Stadt käme und diese die Gründung eines Bürger*innenkomitees anregen würde, das durch entsprechende Expert*innen unterstützt wird. Ein Komitee, das über die Zukunft des Lichtspieltheaters gemeinsam entscheidet. Schließlich gab es ja doch viele verschiedene Vorstellungen, was mit dem Lichtspieltheater geschehen könnte. Vor- und Nachteile aller Vorschläge sollten auch fernab von Profit- und Prestigeinteressen bewertet werden.

Lebensqualität wird nicht durch die verstärkte Durchsetzung von Kapitalinteressen erhöht. Ladet ALLE Nachbar*innen in euren Häusern und Straßen ein und schließt euch zu Straßengemeinschaften zusammen. Bestimmt selbst und gemeinsam, wie ihr euer näheres Lebensumfeld gestalten und verändern könnt. Vielleicht könnt ihr auch eure Häuser und Wohnungen als Hausvereine übernehmen – Lebensraum darf schließlich nicht länger eine Ware bleiben, die zu einem marktwirtschaftlichem Spekulationsobjekt verkommt. Wohnraum muss bezahlbar bleiben – auch für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Ihr könntet eure Anliegen in die Stadtverordnetenversammlung tragen und verteidigen – mit Nachdruck und gemeinschaftlich. Wir wurden schließlich nicht dazu geboren, unser Leben von Stellvertreter*innen, zum Beispiel Wohnungsbaugesellschaften und Stadt, gestalten und verwalten zu lassen.

Unsere kleine Reise in die Utopie eines aus unserer Sicht für alle lebenswerteren Frankfurts kann im wahrsten Sinne sehr utopisch anmuten. Realistisch und nach (markt)wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, würden wir aber zu ähnlichen Schlüssen kommen: Mit mehr Mitbestimmung, Eigeninitiative und Selbstverwaltung einer Stadt von Bürger*innen für Bürger*innen kommt Frankfurt als Konsumstandort eine sekundäre Rolle zu – jedoch würden die Verwaltungskosten durch die Stadt in ebenso hohem Maße sinken. Was unser utopischer Ausflug nicht beantworten kann, ist die Frage, wie wir zu mehr Selbstbestimmung und Selbstverantwortung kommen. Wie wir von passiv verwalteten Bürger*innen zu aktiv handelnden Individuen werden, gesellschaftlicher Vereinzelung vorbeugen und eine merkliche Politikverdrossenheit in der Gesellschaft in selbstbestimmtes Handeln umwandeln. Wäre es nicht viel schöner, wenn wir unsere Nachbar*innen einfach an die Hand nehmen könnten, zufrieden vor unsere Haustür in eine bunte, vielfältige Stadt treten könnten, in der auch unsere eigenen Vorstellungen, unsere eigenen Fähigkeiten und unser eigenes Können Platz gefunden haben? Das Konzept „Wir im Quartier“ bietet bereits einen guten Ansatz für solcherlei Projekte, wobei es noch wesentlich ausbaufähiger ist und die Beteiligung noch stark erhöht werden könnte. Es wurden in den letzten Jahren unzählige Konzepte entworfen und verworfen (kein Komma) die Kaufkraft in Frankfurt (Oder) zu erhöhen, um damit auf einen Weg zu Glück und Wohlstand zu gelangen. Das Scheitern sämtlicher Konzepte liegt nicht nur an der Stadtverwaltung, sondern an der allgemein verbreiteten Gleichsetzung des Kapitals als unhinterfragbaren Heilsbringer oder übermächtige Gottheit, die den Menschen irgendwann schon auf den Weg in ein zufriedenes Leben geleiten wird.
Wir denken, es ist Zeit, einen anderen Weg zu gehen – unzählige Beispiele auch über Frankfurt (Oder) hinaus beweisen das.

[1]http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1319113
[2]http://www.moz.de/details/dg/0/1/1361617/
[3]http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1132965
[4]http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1018154
[5]http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/frankfurt-oder/artikel/29542.html
[6]http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1311289/
[7]http://www.blickpunkt-brandenburg.de/nachrichten/frankfurt-oder/artikel/30260/Altes+Kino+in+Licht+getaucht
[8]http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1311289/
[9]http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1344446/

Ein Statement gegen Staatsflaggen

Am Samstag, dem 14.02.2015 fand in Frankfurt (Oder) eine antirassistische Demonstration statt. Wir waren selbst Teilnehmer*Innen dieser Demonstration und beteiligten uns nach unseren Möglichkeiten und Vorstellungen an deren Organisation. Wir nahmen dafür in Kauf, das wir mit Menschen auf die Straße gingen, die nicht unbedingt unsere Sicht der Welt teilen. Das finden wir auch nicht schlimm, um es genauer zu sagen, wir haben es sogar als Chance begriffen, anarchistische Inhalte unter die Menschen zu bringen. Dass wir uns dazu gezwungen sehen mussten, unsere eigenen Ideale zu verraten, damit hätten wir jedoch nicht gerechnet.

Wir mussten uns spätestens nach der Demonstration folgende Frage beantworten: Wie gehen wir mit Menschen um, die auf Demonstrationen mit der deutschen Nationalflagge kokettieren? Oder besser gesagt: Wie gehen wir mit Menschen um, die auf Demonstrationen mit der deutschen Nationalflagge kokettieren, wenn es einen Großteil der vorwiegend bürgerlichen Demonstration nicht einmal ansatzweise stört? Unter der deutschen Nationalflagge geschieht tagtäglich institutioneller Rassismus, Ausgrenzung und sogenannte Fremdenfeindlichkeit. Die deutsche Flagge ist wie alle anderen Nationalstaatssymboliken in Blut getränkt: Unter ihr geschahen neben vielen anderen Verbrechen an der Menschheit NSU, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Mölln. Auch heute gehören solche Zustände wieder zum Alltag. Das Tragen einer solchen Flaggen als vermeintliche Provokation ist der blanke Hohn für Betroffene solcher und ähnlicher, aus rassistischer Motivation verübter Gewalttaten des deutschen Volkszorns. Ein deutscher Patriotismus ist ebenso wie jeder andere Patriotismus der Wegbereiter für völkisches Denken, Unrecht und Mord im Zeichen einer Flagge.

Wir haben uns die gestellten Fragen beantwortet. Von Bürger*innen und Bürger, die für Antifaschismus und Antirassismus auf die Straße gehen, sollte erwartet werden können, auf solche Personen zu reagieren: Personen, die ihren Patriotismus auf derartigen Demonstrationen zur Schau stellen, haben darauf nichts zu suchen und gehören von dieser einheitlich ausgeschlossen. Der Verherrlichung deutscher Verbrechen darf auf Demonstrationen kein Raum eingeräumt werden – schon gar nicht unter dem Banner des Antifaschismus’ und Antirassismus’. Andernfalls werden wir bürgerliche Bündnisse dieser Art nicht mehr unterstützen.

Wir sind gegen Deutschland! Wir wollen Staaten überwinden! Wir sind antinational!

Solidaritätserklärung mit der BürgerInneninitiative, die sich für eine Perspektive des Lichtspielheaters der Jugend in Frankfurt (Oder) einsetzt

Mit Freude konnten wir feststellen, dass sich bezüglich der Zukunft des Lichtspieltheaters endlich etwas tut. Und zwar nicht durch kapitalistische Fremdinteressen, sondern durch eine Gruppe BürgerInnen, die sich in einer schönen Stadt Wohlfühlen und Entfalten wollen. Das können wir nur unterstützen.

Das Thema „Recht auf Stadt“ und alles was damit im Zusammenhang steht, lag uns von Anfang an sehr am Herzen. Umso weniger schön, dass wir uns diesem Thema aufgrund geringer Ressourcen in letzter Zeit kaum bis gar nicht widmen konnten. Wir finden es erfreulich, dass sich eine Gruppe gefunden hat, denen dieses Anliegen von Bedeutung ist. Wir freuen uns übrigens über jedes neue Gesicht, das Lust darauf hat, sich mit dem Leben in seiner Stadt in einem libertären Kontext auseinanderzusetzen.

Für die Selbstverwaltungsstrukturen, die in der Gruppe um das Lichtspieltheater sichtbar werden, stehen wir mit unseren Ideen. Wir finden es bedauerlich, dass Lebensqualität nicht nur in Frankfurt (Oder) zu oft von Fremdinteressen und indiskutablen Regularien bestimmt wird. Das Lichtspieltheater der Jugend steht in Frankfurt symbolisch für den daraus resultierenden Verfall, welcher beispielsweise auch in der Herbert-Jentzsch-Straße oder an mehreren Objekten im Stadtteil West zu sehen ist. Wir glauben an die Kreativität und den Gestaltungssinn der Menschen, die in ihren Städten leben wollen. Nicht zuletzt erhöht das die Identifikation mit unserem Lebensumfeld und damit unsere Zufriedenheit. Das gemeinschaftliches Arbeiten in hierarchiefreier Atmosphäre Spaß macht und zudem produktiv sein kann beweisen die Menschen mit ihrer Aktion rund um das alte Kino.

Wir wünschen allen Beteiligten viel Erfolg und gutes Gelingen bei den Bemühungen um das Lichtspieltheater. Wir werden versuchen, soweit es uns möglich ist, das Vorhaben als Gruppe bzw. Einzelpersonen zu unterstützen, wo es geht. Wir können uns beispielsweise beim Bannermalen oder dem Schaffen einer Webpräsenz einbringen, abgesehen von den sonstigen einfachen handwerklichen Arbeiten die ums und im Haus anfallen.

Und um die Ideenliste zu vervollständigen: Durch den Wegfall des Kulturraums „Garage“ in der Berliner Straße wurde ein großes Loch in die Landschaft von Projekten, die sich kritisch mit herrschenden Verhältnissen auseinandersetzen, gerissen. Dieses Loch kann durch das Schaffen eines kritischen Infocafé’s oder einer Lokalität, in der alternativer Kultur eine Bühne geboten wird, gestopft werden. Leider musste zu dem die Fahrradselbsthilfewerkstatt einer Uniinitiative in der Großen Scharnstraße aus Ressourcenmangel geschlossen werden. Das Lichtspieltheater wäre auch aufgrund seiner Anbindung der optimale Ort für so einen Laden. Des Weiteren können wir uns in den Räumlichkeiten des alten Kinos einen Tausch- und Umsonstladen vorstellen, der sich durch Spendengelder finanziert.

Libertäre Aktion Frankfurt (Oder)

Der Sommer ist vorbei, der „Libertäre Tresen“ findet wieder statt!

Am Freitag dem 26.09.14 haben wir nach drei Monaten Sommerpause den „Libertären Tresen“ wieder stattfinden lassen.

Nach Reflexion der bisherigen Tresen haben wir gemerkt, dass unsere Ressourcen nicht ausreichen, für jeden Tresen qualitativ gute Infoveranstaltungen, Workshops, Konzerte,(…) vorzubereiten. Unseren Anspruch haben wir demzufolge herunter geschraubt. Wir haben uns dazu entschieden, die Tresen ohne inhaltliche Ausrichtungen zu bestimmten Themen vorzubereiten. Der „Libertäre Tresen“ ist also eine Anlaufstelle für alle die, die Interesse am Anarchismus haben, sich als Anarchist*innen begreifen oder um im angenehmen Umfeld mit angenehmen Menschen ins Gespräch zu kommen. Es wird Musik aus der Dose – hin und wieder auch live Musik geben. Aktuelle Überregionale und Regionale Infos werden weiterhin ausliegen. Es gibt natürlich auch leckere KüFa die gegen Spende verputzt werden kann.

Der nächste „Libertäre Tresen“ findet am DONNERSTAG den 30.10.14 statt. Grund für die Verlagerung von Freitag auf Donnerstag ist, dass der „Backdoor e.V.“ eine Gruftparty am Freitag(31.10.14) veranstaltet, deren Besuch übrigens sehr lohnenswert ist.

Es wird jeden dritten Monat einen „(A)ktions Samstag“ geben. Dieser „(A)ktions Samstag“ wird sich so gestalten, dass es ab dem frühen Nachmittag Workshops, Infovorträge, Lesungen, Diskussionsrunden o.ä. zu einem spezifischen Thema (z.B. in nächster Zeit zum G7-Gipfel) in einem anarchistischen Kontext gibt. Nach den benannten Sachen soll es auch einen kulturellen Part (z.B.Konzerte, Theater,…) geben.

Wenn Ihr Lust haben solltet, die „Libertären Tresen“ oder die „(A)ktions Samstage“ mitzugestalten und zu organisieren oder ihr einfach nur Lust habt, anarchistisch aktiv zu werden, dann kommt auf das offene Plenum welches jeden Sonntag nach dem „Libertären Tresen“ im „Backdoor“(Backdoor, Rosa-Luxemburg-Straße 24, Frankfurt Oder) stattfindet.

Gegen die Einheit!

Gegen die Einheitsfeier 2014 in Hannover

Am dritten Oktober diesen Jahres ist Hannover Gastgeber des Spektakels rund um die Einheitsfeierlichkeiten. Gefeiert wird an diesem Datum ganz unspektakulär der Stichtag der formellen Übernahme der DDR durch die BRD. In Hannover wird sich der Deutsche Staat anlässlich dieses Tages in Szene setzen und seine Politik würdigen lassen, ohne die nationalistisch aufgeladene feucht-fröhliche Stimmung der Fußballfanmeilen. So oder so – kein Grund zum Feiern. Denn diese Ordnung, die mit der Politik des deutschen Staates gesichert wird, bedeutet immer auch: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang.

Armut

Alles, was diese Gesellschaft bietet und produziert, ist für uns nur gegen Geld zu haben. Dafür, dass das so bleibt sorgt der deutsche Staat. Das Eigentum an Häusern, Fabriken und Rohstoffen bleibt exklusiv Wenigen vorbehalten und wird nach ökonomischem Interesse verwaltet. Um möglichst gute Bedingungen für die eigene nationale Ökonomie zu schaffen, versucht Deutschland als Verwalter neben einer guten Infrastruktur auch für billige Arbeitskräfte zu sorgen. Dies sichert der Staat durch niedrige Sozialleistungen, geringen Kündigungsschutz und Schikanen auf dem Amt. Er sorgt auch durch seine Polizei und Justiz dafür, dass wir uns nicht einfach nehmen können, was wir zum Leben brauchen. Und so müssen wir uns auch noch zum schlechtesten Lohn verkaufen, um uns das Leben leisten zu können.

Ausgrenzung

Für die Menschen, die in ihren Heimatländern nicht einmal das können und deshalb versuchen hier her auszuwandern, endet die Flucht oft bereits an den europäischen Außengrenzen. Obwohl immer wieder Flüchtende bei dem Versuch die hermetisch abgedichtete Festung Europa zu erreichen, sterben, stimmen die überzeugten Nationalisten*innen dieser brutalen Politik noch zu. Für sie sind Flüchtende nichts anderes als potentielle Kostenfaktoren für “ihre” Nation, denn “die” gehören “qua Natur” nicht zum eigenen nationalen Kollektiv. Konsequenterweise sollen daher auch die Menschen, die es hier her geschafft haben und nicht abgeschoben werden können oder sollen, stets ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen und sich gefälligst integrieren. Ausländer bleiben sie trotzdem und vor rassistischen Übergriffen schützt sie auch der deutsche Pass nicht.

Leistungszwang

Das alltägliche Hauen und Stechen in dieser Gesellschaft sorgt nicht gerade für eine solidarische Grundstimmung unter den Menschen. Obwohl wir schon nicht selber darüber entscheiden können wie und was produziert wird, müssen wir uns jetzt auch noch um mehr oder weniger schlecht bezahlten Arbeitsplätze streiten. Immer in Abhängigkeit des Gewinninteresses eines Arbeitgebers opfern viele ihre Freizeit und Kreativität in unbezahlten Praktika und Leiharbeitsjobs, schleppen sich krank zur Arbeitsstelle oder gehen noch unter Hartz IV Niveau arbeiten, in der Hoffnung auf eine halbwegs gesicherte Existenz.

Damit diese Zustände ertragbar werden, wird sich eine solidarische Gemeinschaft im nationalen Kollektiv einfach herbei imaginiert. So kann man sich noch unter den beschissensten Umständen mit Stolz für Staat und Kapital krumbuckeln.

Während am dritten Oktober auch die Leute in Hannover sein werden, die sich mit dem Vorankommen der Nation und allem was dazu aus ihrer Sicht notwendig ist identifizieren, werden auch wir da sein. Denn die Feier der Nation ist ein Angriff auf das schöne Leben und ein Hohn gegenüber der Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen: Wir wollen eine Gesellschaft die die Produktion, das Wohnen, die Bildung nicht nach kapitalistischen Interessen, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen organisiert. Für eine Zukunft ohne Nationalismus und Nation gehen wir am dritten Oktober auf die Straße.

Denn was ihr feiert ist: Armut, Ausgrenzung, Leistungszwang!

Weitere Infos, Pennplätze, Veranstaltungshinweise unter:
http://oct3.net/

3. Libertäre Medienmesse (29. – 31. August in Essen)

In einem der größten europäischen Ballungsgebiete mit mehr als acht Millionen Menschen, werden libertäre und anarchistische Verlage, Zeitschriften, Radio-, Video- und Internetprojekte ihr Programm vorstellen. Drei Tage Messe, Projektvorstellungen, Lesungen, Kultur, Veranstaltungen, Infos, Leute treffen und Pläne schmieden für eine Welt jenseits von Krise und Ausbeutung. Für all das boten bereits die 1. und 2. Libertäre Medienmesse für den deutschsprachigen Raum (Limesse) in den Jahren 2010 und 2012 einen Rahmen. Dieses Jahr widmen wir unsere Veranstaltungen schwerpunktmäßig dem Themenkomplex Frauen.Arbeit.Migration. Denn das Ruhrgebiet ist seit jeher von diesen drei Themen geprägt. Seit über 200 Jahren kommen Arbeiter*innen aus der ganzen Welt ins Ruhrgebiet. Heute leben und arbeiten hier Menschen aus mehr als 170 Ländern zusammen.

Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, 45326 Essen

Öffnungszeiten

Freitag, 29. 8. 2014 18.00 – 21.00 Uhr
Samstag, 30. 8. 2014 10.00 – 20.00 Uhr
Sonntag, 31. 8. 2014 10.00 – 15.00 Uhr

Eintritt ist frei.

Links:
Seite: http://limesse.de
Twitter: https://twitter.com/LibertreMedienM
Facebook: https://www.facebook.com/profile.php?id=100008201072380&fref=ts
Newsletter: http://limesse.de/newsletter.php
Stellplätze: http://limesse.de/form_aussteller.php
Mitmachen: veranstaltungen@dritte.limesse.de
Presse: presse@dritte.limesse.de

“Sich fügen heißt lügen” – 12. Juli 2014 – Erich Mühsam-Gedenkdemo

Gedenkdemonstration anlässlich des 80. Todestages von Erich Mühsam

12. Juli 2014 13 Uhr | S-Bhf. Oranienburg
(bei Berlin)

Mühsam war Vieles:
Revolutionär, Utopist, Freidenker, Anarchist, KPD- und Rote Hilfe-Mitglied, Antikriegsaktivist/Pazifist, Knast- und Staatskritiker, Antifaschist und Syndikalist; ein Individualist mit chronischem Geldmangel, Lebemann der schriftstellerischen Bohème, Mitbegründer der Münchner Räterepublik 1919, anerkannter Verfasser von Gedichten, Theaterstücken und Herausgeber und Publizist von Sachbüchern, politischen Zeitschriften und Aufsätzen sowie ein Humorist.

All diese Lebensbereiche und Facetten Mühsams, die sich noch um einige erweitern ließen, zeichneten seine vielschichtige Persönlichkeit aus. Für uns als libertäre Antifaschist*innen, erscheinen im Hinblick auf ein politisches Gedenken drei Punkte jedoch sehr zentral für sein Wirken zu stehen: das anarchistische, antifaschistische und freigeistliche Erbe Mühsams. Denn alles was Erich Mühsam ausmachte, sah er selbst als Teil eines Weges, der zu einem besseren Leben für alle führen sollte. Denn wie Mühsam verlautbarte: Der “Zweck meiner Kunst ist der gleiche, dem mein Leben gilt: Kampf! Revolution! Gleichheit! Freiheit!”

Antifaschistische Gedenkdemonstration:
12. Juli 2014 | 13 Uhr | S-Bhf. Oranienburg
www.erich-muehsam.tk

Erich Mühsam Fest

12. Juli 2014 | 15/16 Uhr | ZUKUNFT am Ostkreuz, Laskerstraße 5
www.erichmuehsamfest.de

Infos und Material:
www.erichmuehsam.antifa-nordost.org/material/
www.erichmuehsam.antifa-nordost.org/biographie/

Utopia e.V. erhalten – Garage erhalten – Freiräume erkämpfen!

Im Kampf für eine herrschafts- und hierarchiefreie Gesellschaft in all ihren Elementen ist das Engagement gegen Faschismus ein zentrales Thema. Antifaschistische Kultur- und Jugendarbeit darf nicht nur eine Daseinsberechtigung haben, sondern ist eine zwingende Notwendigkeit in Zeiten von AFD, Flüchtlingshetze und NSU. Dieses unprofitable Feld wurde von den regierenden Parteien noch nie ausreichend bedient, ganz im Gegenteil. In Frankfurt (Oder) stellt der Utopia e.V. seit fast 16 Jahren den einzigen und deshalb umso wichtigeren Akteur in diesem Gebiet dar. Der Utopia e.V. und die alternative Hausgemeinschaft der Berliner Straße 24 dürfen unter keinen Umständen gierigen Großgrundbesitzerinteressen zum Opfer fallen.

Mit der Garage wurde vor einigen Jahren ein Freiraum geschaffen, in dem explizit nicht nur Antifaschismus, sondern jegliche Herrschaftsformen ein No-Go darstellen. Einer der wenigen Orte in Frankfurt (Oder), an dem mensch, nicht beurteilt nach Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Aussehen oder Religion, regelmäßig verkehrt und so manch feuchtfröhlichen, diskussionsreichen, anregenden, kreativen, feierwütigen oder einfach nur schönen Abend bei tollen Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen verbringen kann. Dasselbe gilt hier: Spekulant*Innen Einhalt gebieten!

Der Fall des Utopia e.V. mit dem Kulturraum Garage zeigt, wie sich Stadt und Staat der Verantwortung entziehen, die sie meinen übernehmen zu müssen. Die Zukunft von antifaschistischer Kultur darf, auch nicht hier in Frankfurt (Oder), in den Händen schmieriger Spekulant*Innen liegen und zum Spielball von Geldinteressen werden. Es ist schon schlimm genug, dass für unkommerzielle Kulturräume wie die Garage, in denen absolute Gleichberechtigung gilt, überhaupt Mieten gezahlt werden müssen. Entsprechende Räume sind ohnehin in viel zu geringer Zahl oder einfach gar nicht vorhanden, obwohl sie die Rolle eines Vorbildes für gesellschaftliches Zusammenleben erfüllen. Wir sehen die Stadt als Verantwortungsträgerin hier in der Pflicht, für die Bereitstellung entsprechender Räume Mitsorge zu tragen.

Wir werden den Utopia e.V. mitsamt der Garage bei ihren Kämpfen mit all unseren Mitteln unterstützen.

Freiräume erhalten! Mietenwahnsinn stoppen! Stadt für Alle!

Gemeinsam solidarisch.